Vorbereitung

Wie bereitet man sich überhaupt auf ein Event wie den World’s Toughest Mudder vor? Ganz egal wie viel man trainiert, irgendwann in den 24h wird es einen Punkt geben, an dem jeder sein Limit erreicht. Doch genau dann gilt es auch, weiterzumachen – keep moving, keep moving.

In den letzten zwei bis drei Monaten haben wir alle den Umfang unserer Trainingspläne erhöht und sind deutlich weniger Wettkämpfe gelaufen, auch aufgrund der Verletzungsgefahr. Niemand wollte in den letzten Wochen vor Abflug noch etwas riskieren. 

Insgesamt waren es acht bis zwölf Trainingseinheiten pro Woche mit 160 bis zu 200km Wochenkilometer. Darin enthalten sind auch diverse Krafteinheiten, Hangeln, Stabilisationstraining und Laufen im Wetsuit. Die letzten Wochen waren für jeden von uns verdammt hart. Allein zeitlich ist es schon sehr schwierig so viele Trainingseinheiten und Wochenkilometer unterzubringen – sei es neben der Arbeit oder dem Studium.

Fast keiner von uns ist bis zum Frühjahr dieses Jahres mehr als 35km am Stück gelaufen. Es ist schon einer sehr großen Herausforderung für den Körper – für die Muskeln und Gelenke – sich auf diese Distanzen umzustellen und anzupassen. Und all das in so kurzer Zeit und ohne Verletzungen. Robin musste das beispielsweise selbst erfahren, als er nach unserem 82km Ostseelauf für fast drei Monate alternativ trainieren musste aufgrund eines Fersensporns.

Auch mental mussten wir oft auf die Zähne beißen – immer wieder die gleichen Strecken laufen, oft alleine und die Zeit will einfach nicht vergehen. Was das Laufen angeht haben wir uns vor allem an dem Trainingsplan für einen 24h Lauf von Wolfgang Obrich orientiert

Immer wieder sonntags...

Immer wieder sonntags...

Wie man sehen kann sind da einige sehr heftige Wochen dabei und das Krafttraining noch nicht mit eingeplant. Nur mit der nötigen Grundlagenausdauer ist so ein Trainingsplan überhaupt machbar. Als Voraussetzung für den Trainingsplan sollte man die 100km innerhalb von 10h laufen können.

Allerdings ist der Weg das Ziel und wir sind bereits jetzt sehr glücklich, das alles so durchgezogen zu haben. Wer Fragen zu unserem Training hat, kann uns jederzeit eine Nachricht schreiben. Wir helfen gerne weiter!

Und zuletzt, was war für die Jungs denn eigentlich dabei am härtesten?

Markus: Die ewige Lauferrei in einen lagen und arbeitsintensiven Alltag einzubauen. Außer schlafen, arbeiten, Training und essen ist nicht viel mehr drin. Der Spaß am Laufen ist auch etwas vergangen... Und ich freue mich sehr auf meine Krafteinheiten danach!
Lucas: Insbesondere die feine Gratwanderung zwischen Überbelastung und Unterforderung war eine neue Erfahrung in den letzten Wochen. Ein derartiger Umfang gehorcht anderen Regeln als mein gewoehnliches "kurz und schnell" und der unglaublich hohe zeitliche Trainingsaufwand war teilweise schwer in den Alltag einzubringen. Obwohl ich viel unterwegs war in Europa und immer neue Laufstrecken entdecken konnte, fiel es schwer langsam zu laufen und nicht durch höheres Tempo das Programm schneller hinter sich zu bringen. 
Essen war schon immer eine große Leidenschaft von mir, aber so zahlreich und intensiv wie in den letzten Wochen während des Trainings habe ich noch nie kulinarische Träume gehabt. Ich werde es vermissen derartige Mengen essen zu können, sehe aber auch der nächsten, wieder schnellen, Saison mit Freude entgegen.
Robin: Die Zeit während des Alternativtrainings. Für mich war es extrem hart für drei Monate kaum laufen und die Jungs nicht bei den Wettkämpfen unterstützen zu können. Am Ende dann natürlich die heftig langen Laufeinheiten und zusätzliche Krafteinheiten. Das hat schon ganz schön gezehrt und irgendwann fehlt einem dann doch mal wieder die Motivation. Da ist es gut zu wissen, dass man nicht der Einzige ist, dem es so geht. Aber pünktlich zum Abflug bin ich auch wieder topfit.
Felix: Was sicherlich bei allen von uns ein großes Thema war, sind die zeitlichen Umfänge. Wenn die Brötchen nicht mit dem Sport verdient werden, leiden andere Bereiche darunter. Schlaf, die Liebste oder auch einfach die Zeit zum erholen. Unter 15 Stunden Sport pro Woche waren mit Lauf-und Alternativtraining schlicht nicht drin um uns auf das jetzige Level zu pushen. Bei mir ging es dann meist so gegen 5 Uhr morgens los: Laufschuhe an und go. Dafür sind wir jetzt fit wie Rakete.
Yannick: Bei mir ist die gähnende Leere (bezüglich Sport) im Kopf. Die Arbeit stresst gerade etwas und da ist die Freude nach den nächsten langen Einheiten nicht besonders groß- Im Grunde war für mich das Schwierigste die langen Einheiten am Wochenende zusätzlich noch unter zu bringen und den Plan durchzuziehen. Und das Ganze aber auch vernünftig zu machen. Auf eine Verletzung zu trainieren ist nicht unbedingt zielführend. Allerdings darf das Ziel auch nicht aus den Augen geraten. Arbeits- und gesundheitsbedingt. Habe mir da doch den anderen Stein in den Weg gelegt...
Marcel: Die Vielseitigkeit der Belastung. Eben nicht nur Laufen, sondern auch Zug- und Griffkraft, Stabilität, Alternativtraining erlaubt -oder fordert es, mehrmals täglich stundenlang zu trainieren. So hart, lange und oft, dass vieles andere auf der Strecke blieb und manchmal auch echt keinen Spaß mehr gemacht hat. Aber jetzt ist Erntezeit.