Marcel mit Weltjahresbestleistung (U23) im 12h Lauf

Vom 12h Lauf in Stadtoldendorf durch die Nacht von Samstag auf Sonntag nahm Marcel nicht nur eine emotionale Krimi-Story und eine Weltjahresbestleistung (U23) mit nach Hause, sondern auch einige wichtige Erfahrungen für die 24h von Las Vegas:


1) Wer bremst, verliert 
Hier und da beim Umziehen oder bei der Nahrungsaufnahme ein paar Sekunden verlieren ist egal, mag man meinen. Falsch ! Diese Sekunden läppern sich und egal wie langsam man beginnt, am Ende leidet die Pace auf jeden Fall. Und ob man die ohnehin schmerzhaften letzten 3-4km in einer 6:10er Pace laufen kann oder sie in 5:50 laufen muss, kann am Ende den Unterschied machen. Dabei darf man nicht vergessen...

2) Du fühlst dich am Anfang eines Ultras gut?
Keine Sorge, das geht vorbei - Stimmt. 6, 7 oder 8 Stunden mit einer 5:40er Pace fühlen sich langsam an, jedoch wird sich das noch vorm Sonnenaufgang ändern. 

3) Eine Pause kostet zu viel Zeit
Kommt drauf an...Umziehen, Essen und Trinken kann man problemlos während des Laufens. 2-3 Minuten Pause rühren in den meisten Fällen -wenn man mal hart zu sich selber ist - eher aus der Richtung Motivationsdefizit. Wenn man allerdings 10 lange Minuten für eine Massage stoppt und dafür 6 oder 7 Stunden vielleicht sogar 10 Sekunden pro Km schneller läuft, rechnet sich das ganze schon wieder. 

4) Läufer sind Einzelkämpfer: Falsch !
Gute Konkurrenten motivieren sich gegenseitig. Noch wichtiger sind die Supporter. Diese sind unter Dauerstress, da sie den Läufer kontinuierlich mit Nahrung, Getränken, Ausrüstung und wichtigen Informationen versorgen. 


5) Ultraläufer fressen wie Scheunendrescher
Es kommt drauf an...Mitten im Lauf hatte ich plötzlich absolut keinen Appetit auf meine Kartoffel-Ingwer-Suppe und meinen Hafer-Bananen-Beeren-Shake. Auch mein Grüner Mineralstoff Tee wollte nicht mehr rein. Seit dem Ironman Frankfurt wissen wir eh, dass nicht die Menge der Aufnahme, sondern eher die Qualität den Unterschied macht. Mineralien, Kohlenhydrate, aber auch Eiweiß (!) und im Idealfall etwas Koffein müssen unbedingt irgendwie dem empfindlichen Magen zugeführt werden. Am einfachsten geht das durch den Strohhalm. Im Notfall müssen die Supporter den Läufer zum Trinken zwingen (Vergleichbar mit Harry Potter, der im 6. Teil Dumbledore zwingen musste, einen Zaubertrank zu trinken). 

6) Später tut dir etwas anderes viel stärker weh!
Völlig richtig. Nach 4 oder 5 Stunden mag dein Rücken stark verspannt sein, aber warte erst einmal ab, wie dein Knie nach 10 Stunden sticht !

7) Erfahrungsberichte lesen ist wichtig
Stimmt, ersetzt aber niemals die Berg- und Talfahrt selber zu erleben !