100km - Horizontale um Jena

Noch gut 5 einhalb Monate. Denkt Ihr wir hängen faul rum? Eine Woche ist es her mit dem Strongman am Nürburgring und schon geht es weiter. Dieses Mal eine Ecke weiter. Maxi als Neuzugang für das Vegas "World´s Toughest Mudder" Team wollte wissen wie geil es sich anfühlt 100 km non-stopp unterwegs zu sein. 

Bei der 100 km - Sportwanderung auf der "Horizontalen" um Jena ging es nicht um Geschwindigkeit oder Wettkampf, sondern einfach nur um... ja. 100 km wandern eben. Das Wetter wurde entgegen aller Erwartungen sehr angenehm und wer am Wochenende sonst nichts zu tun hat, vertreibt sich so halt ein wenig die Zeit, schnürt entspannt die Wanderschuhe, packt ein paar Snacks ein und ab geht die Post. Ach und da darf man natürlich auch seine Freundin nicht vergessen dachte sich Maxi und nahm Julia gleich mit auf die Strecke.

Gute 22 Stunden waren die Beiden unterwegs - Maxi: Hut ab! Vegas-Check 1 ist bestanden. Aber ganz ehrlich? Julia, was du da geliefert hast ist schon unglaublich. Meinen absolut größten Respekt dass du das mit durchgezogen hast so Felix. Bei ihm lief das Ganze ein bisschen anders ab. Er weiß aus Wettkämpfen und Trainingseinheiten aus dem letzten Jahr, wie es sich anfühlt auf die Dauer unterwegs zu sein und hatte sich das Ziel gesetzt, die Strecke in unter 10 Stunden zu laufen. Gut bepackt mit Getränken und Snacks ging es um halb 7 auf die Strecke. Erstmal einen Haufen Wanderer überholen und dann ging es los auf wunderschöne Trails. Tolle Strecken auf der Horizontalen mit Blick auf Jena, den Sonnenuntergang, Berge und Wälder soweit das Auge reicht.

Aber: um halb 10 war es  dann zapfenduster. Also Stirnlampe auf und los. Nach 30 km dann Checkpoint Nr. 1 als Erster Läufer passiert und schon den Kommentar eingefangen "Junge du bist zu schnell". Checkpoints und Verpflegungsstationen sind auf ne Geschwindigkeit von 4 - 7 km/h ausgelegt. Geil, wenn man mit gut 10 km/h unterwegs ist..... naja, weiter ging es. (oder auch nicht). Leider hat Felix dann eine verzwickte Weggabelung verpasst und ist eine gute Stunde im Wald umhergeirrt bis er dann weiterkam. Der Weg war nur anhand von kleinen Weg,- und Routenmarkierungen zu erkennen ..  also diese kleinen bunten Malereien an Bäumen, Schranken und Pfählen. Zum Teil verblichen, abgeblättert oder zugewachsen. Und genau so ging es dann auch für ihn weiter. In Summe hatte er mehr als 3 Stunden verlaufen und knappe 5 Stunden nichts zu trinken gehabt weil Checkpoint 2 und 3 noch nicht offen waren - auch das ist eine Form von Training, aber er wollte es ja nicht anders. Nach knapp 15 Stunden, ca. 125 km Strecke bei 2800 Höhenmetern am Ende entkräftet, entnervt, konnte er sich nur noch mit Müh und Not zurück ins Hotel schleppen. Der Plan war eigentlich 10 Stunden laufen, zwischen 4 und 5 Uhr ins Bett und mit der Liebsten einen schönen Tag verbringen. Vivi, vielen Dank für das Begleiten und Trösten meiner superschlechten Laune :)
Summasumarum war das Felix übelste Wettkampferfahrung, die er bisher gesammelt hat. Der "Worlds Toughest Mudder" in Vegas war heftig. Psychisch wie Physisch. Aber in einem so unglaublich genialen Team zu laufen macht Welten aus. Sein Fazit: Geiler Lauf, schöne Strecke, aber nur für ortskundige und nix für (einzel-) Läufer, die eine gewisse Zeit im Auge haben. Und - im Team ist es immer noch am schönsten!