Ernährung und Verpflegung

Einen besonderen Stellenwert für die Leistungsbereitschaft in Las Vegas hat für uns die Ernährung - nicht nur in der Trainingsphase, sondern gerade auch während des Wettkampfes. Und genau dies ist wahrscheinlich eine Wissenschaft für sich und muss ganz genau durchdacht werden, da es sich hier um eine Gratwanderung handelt und es einfach so viele Regeln zu beachten gibt.

Jeder, der schon mal während oder direkt vor dem Sport gegessen hat, weiß, dass das Unverdaute schwer im Magen liegt und sowohl Leistung als auch Wohlbefinden einschränkt. Das liegt daran, dass der Körper während des Sports die Durchblutung des Verdauungssystems drosselt, um in den beanspruchten Muskeln Abfallstoffe abzutransportieren und sie besser mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Und genau hier beginnt das Problem: Eben diese Nährstoffe gehen dem Körper irgendwann aus. Wenn wir von schneller Energie in Form von Kohlenhydraten reden, so können trainierte Muskeln und das Blut ca. 2.500kcal speichern – das reicht aber gerade mal für 2-3 Stunden. Ist es besonders warm oder kalt, sogar noch weniger. Also muss Energie nachgeschoben werden. Zwar liefern Fette viel Energie, doch diese sind schwer zu verdauen, was eben unsere Leistungsfähigkeit einschränkt. Kohlenhydrate auf der anderen Seite können im übermäßigen Verzehr Bauchkrämpfe verursachen. Zusätzlich enthalten viele Kohlenhydrate, nämlich Zucker, entweder viel Säure (z.B. Früchte) und andere viele Ballaststoffe (z.B. Getreide). Beide können einen durch die Belastung geschwächten Körper und verlangsamter Verdauung Probleme bereiten.

Traubenzucker und andere kurzkettige Zucker lassen den Blutzucker kurz in die Höhe schnellen und danach rapide abfallen, mit der Folge, dass der Sportler sich kurzzeitig gut fühlt, kurze Zeit später aber in ein sogenanntes „Loch“ fällt. Die Industrie hat auf die wachsende Nachfrage in diesem Bereich reagiert und Energiegels mit verschiedenen, leckeren Geschmacksrichtungen auf den Markt gebracht. Sie sind leicht verdaulich und liefern die nötige Energie. Unserer eigenen Erfahrung nach mag der Magen dieses schleimige Zeug nach ein paar Stunden allerdings auch nicht mehr und so machte jeder von uns seine eigenen Erfahrungen, denn jeder Körper funktioniert doch irgendwie anders. Fakt ist allerdings, dass die wissenschaftlich belegte beste Energie zu 3 Teilen Kohlenhydraten und 1 Teil Eiweiß besteht (Fett nach Bedarf, während des Wettkampfes aber eher wenig).

Während Captain einen Baby-Frucht-Getreide Brei und Schmelzflocken für sich entdeckt hat, Macy Pacy sich seinen Ultra-Shake zubereitet, schwört Lucas Lightining doch auf die fettige Variante und greift gerne mal zum Trockenfleisch – so einen Saumagen hätten wir alle wohl gerne! Macy Pacy’s Geheimtrick ist sein Ultra-Shake: Haferflocken über Nacht in Haferdrink/Reismilch einlegen, am nächsten Tag mit einem Schuss Kirsch-Bananensaft pimpen, noch ein-zwei ganze Bananen rein und ab damit in den Shaker, bis alles aus dem Strohhalm getrunken werden kann.

Aber neben der Energie benötigt der Körper eben auch ganz viele andere Bausteine, um bestmöglich zu funktionieren. Genügend Flüssigkeit, Salze und andere Mineralien seien hier zuerst genannt. Doch nach 12h oder sogar noch länger, schmeckt einem das alles nicht mehr. Ein ordentlicher „Schmankerl“, etwas was man einfach sehr gerne mag, hilft hier sehr. Glücklicherweise ist der Körper sogar sehr gut darin, auf genau das Appetit zu haben, was ihm gerade fehlt. Regelmäßig hat man also auf süß-salzig Appetit, sodass z.B. ein Snickers die Motivation aus dem Keller holen kann.

Auch koffeinhaltige Getränke (auch wenn Koffein entwässert) sind in der Lage, dem Körper nochmal etwas in Schwung zu bringen. Wichtig ist es aber, neben diesen entwässernden Getränken auch viel andere Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, um der Hydration entgegenzuwirken. Isotonische Getränke sind dazu bestens geeignet und können zusätzlich mit Salzen und Kohlenhydraten versehen werden. Malzbier und Cola sind überraschenderweise Getränke, die von Sportlern in Wettkämpfen gerne angenommen werden.
Sind diese Getränke zusätzlich warm, kann sie der Körper besonders gut aufnehmen und wärmt den ausgelaugten „Kadaver“ wieder etwas auf.

Auch Gewürze gehören dazu: Zimt, Kurkuma, Moringa, ...

Auch Gewürze gehören dazu: Zimt, Kurkuma, Moringa, ...

Gewisse Special Tricks sind zum Beispiel Ingwer und Chili, welche die Magengegend ordentlich aufräumen und hervorragend gegen Übelkeit wirken.
Rote Beete Saft soll die Sauerstoffaufnahme in den Muskeln erstaunlich stark anheben. Zum einen schmeckt der Saft aber nicht und zum anderen macht dieser manche Menschen nur beim Lauf zur Toilettenschüssel schneller, nicht aber im Wettkampf.

Aber nochmals: Jeder muss hier seinen eigenen Weg finden und eine Menge experimentieren, damit im Wettkampf nichts schief geht.

Besonders wichtig ist uns aber zu sagen, dass wir als nachhaltig-gesundheitsbewusste Sportler fragwürdige oder sogar verbotene Chemie, sprich Kreatin, Schmerzmittel, Infusionen, u.ä. grundsätzlich strikt ablehnen.