50km Premiere für den Captain

Was gibt es schöneres als am Feiertag sich die Fersen wund zu laufen ;)?
Richtig, ausschlafen und legger Frühstück!
Dennoch haben wir uns für die andere Variante entschieden! Der Plan war: 50km

Sonntag vor fünf Tagen waren die 40km fällig, also musste da eine kleine Steigerung her.
Der liebe Gott scheint uns zu mögen, denn das Wetter war über die Maßen schön! Kein Vergleich zu dem schmuddel Wetter der letzten Tage! 7.30Uhr aus dem Bettchen, denn der frühe Rick kann es ja immer kaum erwarten zu starten, ich vermute außerdem das er an seniler Bettflucht leidet…

Nun denn, schnell in die Trainingsklamotte von Brooks geschlüpft, eine schnelle Schüssel Haferflocken mit einer alten Banane zurecht gemacht (ich weiß schon gar nicht mehr wann ich zum letzten Mal eine Banane gegessen hatte?...) meine Kräutermischung angerührt, den Grünen Tee aufgebrüht und innerhalb von fünf Minuten alles runter geschlungen und da stand er dann auch schon der frühe Vogel Rick.

Die Route hatte ich mir (ja hin und wieder mache ich das auch) im Kopf zurecht gelegt mit einer ca. Vorstellung von der Länge. Wir voller Tatendrang los! Ich bin absolut kein Fan von aufstehen und gleich was reinstopfen…Deshalb kam ich mir auf den ersten fünf KM auch etwas vor wie ein Klops auf zwei Beinen. Wir beide sind eigentlich noch relativ unwissend, was es bedeutet einen längeren Lauf zu absolvieren, natürlich hat man so seine Vorstellungen, aber diese treffen ja nicht immer unbedingt zu ;) Das „richtige“ Tempo zu finden, wird sicher auch in den nächsten Wochen ein spannendes Thema für uns bleiben. Wir haben uns erst mal bei 5.10-5.15min für den KM eingegroovt. Wie sich herausgestellt hat, ein angenehmes Tempo, selbst bei Strecken über die 40km, auch wenn ein paar Höhenmeter dabei sind.

Zurück zum Trainingslauf.

Nach ca. 5km hat mein Körper auch langsam begriffen, dass er heute nicht nach einer Stunde fertig ist und auch das er mit den Haferflocken klarkommen muss. Was soll man sagen, nach 5km wurde es eigentlich richtig angenehm, die Sonne begrüßte uns, die Vögel zwitscherten und auch sonst was es mächtig ruhig auf den ersten 20km! Die, mal abgesehen von den ersten 5km, richtig easy und leicht aus der Hüfte gingen. Puls lag im niedrigen „ruhigen Lauf“ Bereich und ging eigentlich auch nie wirklich hoch! Bei den anstiegen kurzzeitig mal auf 149, das war es aber auch schon.

Es war Zeit für den ersten Schluck Wasser! Thema Verpflegung! Ja, auch das ist absolutes Neuland für mich und auch für den großen Teil meiner Truppe! Wie und was kann man zu sich nehmen, ohne das es den Magen zu sehr belastet und auf der anderen Seite einen über die Distanz bringt ohne große Einbrüche? Einen kleinen Vorteil habe ich mir in den letzten Jahren sicher durch mein Essverhalten aufgebaut bzw. meine Körper an einen gewissen Rhythmus gewöhnt. In der Regel esse ich zwei Mahlzeiten am Tag und versuche stets meine Läufe nüchtern und vor dem Essen zu absolvieren. Das scheint eine gute Grundlage zu sein. Der Körper kennt es, mit wenig zu haushalten. Bei den heutigen 50km hat es mir unterwegs absolut ausgereicht 0,5L Wasser zu trinken (immer nur 1-2 Schluck ca. alle 50min) und dazu habe ich zur „Sicherheit“ und fürs Gefühl nach zwei Stunden und nach 3.30Std jeweils einen Gel-Chip von Ultrasports zu nehmen.

Die Route die ich mir ausgedacht hatte, schien gut zu laufen und auch von den angestrebten 50km her schien alles zu passen! Die Laune war auch noch nach 30km mehr als gut! Mein Laufpartner Rick, hatte sich 40km als Ziel gesetzt, länger ist er noch nie gelaufen, mein Ziel waren die 50km, auch für mich wäre das die „Ultra“ Premiere.

Die ersten Zwickerreien gingen bei mir nach ca. 35km los, nicht wie sonst in den Knien, Surprise Surprise, es waren eher die Hüften... Ich werde ALT...

Bei Rick waren es dann schon massivere Verschleißerscheinungen im Bereich Knie und Sprunggelenk! Ich vermute aber schwer, es lag an seinen zu schweren Schuhen....

Nach 35km kamen dann „fiese“  fünf KM, besonders schön für die Motivation. Fünf KM Konstant den Hügel rauf ;) Die Gespräche wurden spürbar, na sagen wir…Kürzer…

Die Sonne lachte noch immer, vielleicht ja in der Zwischenzeit auch über uns, aber das Ziel war nun mal festgelegt in unseren Köpfchen! Rick mit seinen angepeilten 40 und ich  mit meinen 50! Ab und zu ging dann auch mal der Blick Richtung Uhr! In den ersten drei Stunden ist mir das nicht so aufgefallen bzw. mich hat es nicht zu brennend interessiert wie „lange“ wir noch dürfen….Jetzt wurde es doch irgendwie interessant und wie man es eben so kennt, auch laaaaang!

Nachdem Rick die 40iger Marke geknackt hatte, quälte er sich, mit seinem schrägen Haxen, noch bis km 42! Damit hatte er mehr erreicht als geplant und entschied sich an diesem Punkt auszusteigen, Gesundheit geht dann doch immer vor! Vor allem im Training! Damit war für mich klar, die nächsten 8-9 KM werden etwas einsamer! Egal, ich fühlte mich noch recht „frisch“ also dann, auf die letzte Etappe und ja, es lief ausgesprochen gut! Die 50 vor Augen konnte ich das Tempo auch noch eine kleinwenig steigern und lief so meinem persönlichen Tagesziel entgegen und das in flotten 5min pro KM.

Zusammengefasst kann ich sagen: YES WE CAN! Es war eine gute Erfahrung, aus dem Training heraus schon relativ gut eine Distanz von 50km zurücklegen zu können. Immerhin sind wir fünf Tage zuvor erst 40km gelaufen. Ziel somit erfüllt. Es ist noch ein langer und sicher sehr beschwerlicher Weg bis nach Las Vegas, aber der Grundstein ist gelegt und darauf kann man aufbauen!

Die nächste große Einheit steht schon am 15.05 an! Dann in kompletter Las Vegas Team Größe! Auch wenn es sicher eine heftige Nummer wird, die wir uns für den Mai vorgenommen haben, freue ich mich irgendwie darauf! Der erste Test im gesamten Team!

YES WE CAN!

Macht was, aber macht es selbst ;)

 

Hier noch die Laufroute: